Zuckerwasser, Kristalle, etwas Trockenobst – und nach ein bis zwei Tagen steht eine milde, leicht prickelnde Limonade auf dem Tisch. Das schnellste Getränk auf dieser Seite und das mit der geringsten Einstiegshürde.
Zucker in Wasser auflösen, Kristalle dazu, ein Stück ungeschwefeltes Trockenobst und eine Zitronenscheibe hinein, 24 bis 48 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen, abseihen. Wer Kohlensäure möchte, füllt anschließend in Bügelflaschen und lässt einen weiteren Tag bei Zimmertemperatur nachgären.
| Wasserkefir – die Eckwerte | |
|---|---|
| Kultur | Wasserkefir-Kristalle, auch Japankristalle oder Tibicos genannt |
| Substrat | Wasser mit Zucker, dazu meist Trockenobst und Zitrone |
| Kristallmenge | ca. 30 g frische Kristalle je Liter (Herstellerangabe) |
| Zucker | ca. 60–80 g je Liter |
| Temperatur | 20–25 °C |
| Dauer Hauptfermentation | 24–48 Stunden |
| Dauer Zweitfermentation | 1–2 Tage in verschlossenen Flaschen |
| Gefäß | Glas, locker abgedeckt; Zweitfermentation in druckfesten Bügelflaschen |
| Werkzeug | Kunststoff- oder Edelstahlsieb; kein Aluminium im Dauerkontakt |
| Wiederverwendbar | ja – die Kristalle vermehren sich bei guter Pflege |
Wie beim Kombucha gilt: Kohlensäure bedeutet Druck. Nur druckfeste Flaschen verwenden, täglich kurz entlüften und rechtzeitig in den Kühlschrank stellen. Je mehr Restzucker in der Flasche ist, desto schneller baut sich Druck auf.
Bei der Fermentation entsteht auf natürlichem Weg ein geringer Alkoholgehalt – bei haushaltsüblicher Führung typischerweise unter 0,5 bis 1 % vol. Fermentierte Getränke sind damit nicht alkoholfrei im strengen Sinn. Wer vollständig auf Alkohol verzichtet oder verzichten muss, sollte das vorher berücksichtigen.
Frische Kristalle sind sofort einsatzbereit und liefern meist schon beim ersten Ansatz ein brauchbares Ergebnis. Getrocknete Kristalle sind länger lagerfähig und unempfindlicher beim Versand, brauchen dafür aber eine Reaktivierung über zwei bis drei Ansätze, bevor sie volle Leistung bringen. Ein Anbieter gibt für seine getrocknete Variante an, dass 10 g getrocknet etwa 60 g frischen Kristallen entsprechen.
Für den Einstieg sind frische Kristalle die entspanntere Wahl – vorausgesetzt, du setzt sie zeitnah nach der Lieferung an.
Frische Wasserkefir-Kristalle liegen bei den erfassten Anbietern zwischen rund 17 und 20 Euro für 30 g, Sets mit Glas bei etwa 49 bis 50 Euro. Auf den ersten Liter gerechnet sind das rund 17 Euro – ab dem zweiten Ansatz kosten nur noch Zucker und Trockenobst.
Wasserkefir-Kulturen im Preisvergleich
Der Hersteller HeldenPilz gibt für seine 30-g-Packung frischer Kristalle rund einen Liter Ansatz an. Das ist ein guter Startwert. Die Kristalle vermehren sich, sodass du nach einigen Ansätzen entweder größere Mengen ansetzen oder Kristalle abgeben kannst.
Drei übliche Ursachen: zu kalt (unter etwa 20 °C wird es sehr zäh), zu wenig Zucker, oder die Kristalle sind noch nicht eingearbeitet. Nach dem Versand oder nach einer Kühlpause brauchen sie oft zwei bis drei Ansätze. Sichtbare Kohlensäure entsteht ohnehin vor allem in der Zweitfermentation in verschlossenen Flaschen.
Vollrohrzucker oder Rohrohrzucker enthalten Mineralstoffe, die den Kristallen erfahrungsgemäß gut bekommen. Reiner weißer Haushaltszucker funktioniert ebenfalls, wird dann aber häufig mit etwas Trockenobst kombiniert. Honig ist für Wasserkefir nicht üblich.
Die Trockenfrucht liefert Mineralstoffe und Aroma, die Zitrone senkt den pH-Wert leicht ab und hält den Ansatz in den ersten Stunden stabiler. Beides ist optional, aber weit verbreitet. Verwende ungeschwefeltes Trockenobst, weil Schwefel die Kultur hemmt.
Im Kühlschrank in einer verschlossenen Flasche etwa ein bis zwei Wochen. Er wird dabei weiter langsam saurer. Bei Raumtemperatur baut sich in geschlossenen Flaschen schnell Druck auf – deshalb gehört Wasserkefir nach der Zweitfermentation kalt gestellt.