Fermentiertes Teegetränk

Kombucha selber machen

Aus gesüßtem Tee wird in ein bis zwei Wochen ein säuerlich-spritziges Getränk. Das Verfahren ist unkompliziert – aber es gibt drei Stellen, an denen Anfänger regelmäßig hängenbleiben.

Offenes Glas mit Kombucha, SCOBY schwimmt auf der Oberfläche, daneben Tuch und Tee

Kurz gesagt

Du kochst gesüßten Tee, lässt ihn auf Zimmertemperatur abkühlen, gibst SCOBY und Ansatzflüssigkeit dazu und deckst das Glas mit einem Tuch ab. Nach sieben bis vierzehn Tagen bei 20 bis 26 °C ist der Kombucha fertig. Wer Kohlensäure will, füllt ihn anschließend in verschließbare Flaschen und lässt ihn dort ein bis drei Tage weiter arbeiten.

Kombucha – die Eckwerte
Kultur SCOBY (Symbiose aus Bakterien und Hefen) plus Ansatzflüssigkeit
Substrat Gesüßter Schwarz- oder Grüntee
Zucker ca. 50–80 g je Liter (wird größtenteils von der Kultur verbraucht)
Tee ca. 5–8 g je Liter, mindestens 10 Minuten ziehen lassen
Ansatzflüssigkeit mindestens 10 % des Ansatzvolumens als fertiger, saurer Kombucha
Temperatur 20–26 °C, möglichst konstant
Dauer Hauptfermentation 7–14 Tage
Dauer Zweitfermentation 1–3 Tage in verschlossenen Flaschen
Gefäß Weithalsglas, mit Tuch abgedeckt – nicht luftdicht
Material Glas, Edelstahl oder Keramik; kein Aluminium, kein blankes Kupfer

Schritt für Schritt

  1. Tee aufgießen und süßenRechne mit etwa 5 bis 8 g Tee und 50 bis 80 g Zucker je Liter. Den Zucker im heißen Tee vollständig auflösen. Der Zucker ist Futter für die Kultur, nicht Süßung für dich – im fertigen Getränk ist der größte Teil davon abgebaut.
  2. Vollständig abkühlen lassenDas ist der Schritt, den die meisten abkürzen. Heißer Tee schädigt die Kultur. Warte, bis der Tee wirklich Zimmertemperatur hat, nicht nur „lauwarm“.
  3. SCOBY und Ansatzflüssigkeit zugebenMindestens ein Zehntel des Volumens als fertiger, saurer Kombucha. Diese Ansatzflüssigkeit senkt den pH-Wert sofort und ist der wichtigste Schutz gegen Fremdkeime in den ersten Tagen. Wer sie weglässt, riskiert genau die Probleme, die er vermeiden wollte.
  4. Abdecken und stehen lassenEin eng gewebtes Tuch mit Gummiband: hält Fruchtfliegen ab, lässt Luft durch. Dunkel bis halbschattig, zugfrei, 20 bis 26 °C. Nicht rühren, nicht umstellen.
  5. Ab Tag sechs probierenMit einem sauberen Löffel oder Strohhalm am Rand entnehmen. Noch zu süß? Weiter warten. Schon essigartig? Beim nächsten Mal früher abfüllen – der Essigansatz lässt sich immer noch als Ansatzflüssigkeit oder für die Küche nutzen.
  6. Abfüllen und optional zweitfermentierenSCOBY und ein gutes Zehntel der Flüssigkeit bleiben als Starter für die nächste Runde zurück. Der Rest kommt in Flaschen – pur in den Kühlschrank oder mit etwas Fruchtsaft, Ingwer oder Beeren für ein bis drei Tage bei Zimmertemperatur.
Vorsicht bei der Zweitfermentation

In der Zweitfermentation baut sich echter Druck auf. Verwende ausschließlich druckfeste Bügel- oder Bügelverschlussflaschen, öffne sie täglich kurz zum Entlüften und stelle sie nach spätestens drei Tagen kalt. Kohlensäure ist der Punkt, an dem aus einem entspannten Hobby ein Ärgernis werden kann.

Hinweis zum Alkoholgehalt

Bei der Fermentation entsteht auf natürlichem Weg ein geringer Alkoholgehalt – bei haushaltsüblicher Führung typischerweise unter 0,5 bis 1 % vol. Fermentierte Getränke sind damit nicht alkoholfrei im strengen Sinn. Wer vollständig auf Alkohol verzichtet oder verzichten muss, sollte das vorher berücksichtigen.

Woran du erkennst, dass es läuft

In den ersten zwei bis drei Tagen passiert sichtbar wenig. Danach zeigen sich typischerweise: eine dünne, helle Schicht an der Oberfläche, feine Bläschen am Rand, braune Hefefäden, die vom SCOBY nach unten hängen, und ein zunehmend säuerlicher Geruch. Die Hefefäden sehen für viele beunruhigend aus, gehören aber zur Kultur.

Der SCOBY selbst darf dabei absinken, kippen oder an der Oberfläche treiben – das sagt nichts über seine Aktivität aus. Was zählt, ist der Geschmack.

Die häufigsten Fehler

  • Zu wenig oder keine Ansatzflüssigkeit. Ohne den sauren Start ist die Oberfläche in den ersten Tagen ungeschützt.
  • Zu kalt. Unter etwa 18 °C wird der Prozess sehr langsam und die Hefen bekommen im Verhältnis mehr Gewicht – das Ergebnis schmeckt dann oft hefig.
  • Aromatisierter Tee. Öle in Earl Grey oder Fruchtaromen können die Kultur auf Dauer schwächen. Für die Hauptfermentation puren Schwarz- oder Grüntee nehmen und erst in der Zweitfermentation aromatisieren.
  • Metall im Dauerkontakt. Kurzer Kontakt mit Edelstahl ist unproblematisch, aber lagere den SCOBY nie in Aluminium oder blankem Kupfer.

Was kostet der Einstieg?

Eine Kombucha-Kultur mit Ansatzflüssigkeit liegt je nach Ansatzgröße zwischen rund 20 und 30 Euro; Komplettsets mit Gärgefäß bewegen sich bei 48 bis 50 Euro. Auf den ersten Ansatz gerechnet sind das etwa 5 bis 10 Euro je Liter – ab dem zweiten Ansatz kosten nur noch Tee und Zucker, weil die Kultur bleibt.

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Häufige Fragen zu Kombucha

Wie lange muss Kombucha gären?

Bei 20 bis 26 °C üblicherweise 7 bis 14 Tage. Entscheidend ist nicht der Kalender, sondern der Geschmack: Probiere ab Tag 6 alle ein bis zwei Tage mit einem sauberen Löffel. Sobald die Süße zurückgegangen ist und eine deutliche Säure da ist, ist er fertig. Je wärmer es steht, desto schneller geht es.

Muss sich ein neuer SCOBY bilden?

Nein. Eine neue, helle Schicht an der Oberfläche ist ein gutes Zeichen, aber kein Muss. In kühleren Räumen bildet sich oft erst spät oder gar keine neue Schicht, obwohl die Kultur arbeitet. Ob es läuft, erkennst du am Geschmack und daran, dass der Ansatz saurer wird.

Warum darf mein Kombucha nicht luftdicht abgedeckt werden?

Die Hauptfermentation ist ein Prozess, der Luft braucht. Das Gefäß wird deshalb mit einem luftdurchlässigen Tuch abgedeckt, das Fruchtfliegen abhält, aber Gasaustausch zulässt. Luftdicht verschlossen wird erst in der Zweitfermentation in Flaschen.

Was ist der Unterschied zwischen Kombucha und Jun?

Jun ist eine verwandte Kultur, die mit Grüntee und Honig geführt wird statt mit Schwarztee und Zucker. Das Ergebnis ist milder und leichter. Die Kulturen sind nicht beliebig austauschbar – führe eine Jun-Kultur nicht dauerhaft mit Haushaltszucker und umgekehrt.

Kann ich Kombucha im Kühlschrank pausieren?

Ja. SCOBY und etwas fertiger Kombucha zusammen in einem Glas halten im Kühlschrank mehrere Wochen. Danach braucht die Kultur meist ein bis zwei Ansätze, bis sie wieder im gewohnten Tempo arbeitet.